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Inhalte: NeuroLinguistic Process Utilities systems

Prozesskompetenz Mediation und Coaching

Inhalte der Ausbildungsgruppe

Die Inhalte des Einstiegskurses werden vorausgesetzt, vor allem Kenntnisse zum „PeneTRANCE“-Modell, anhand dessen im Einstiegsseminar die für das NLP und die anderen Process Utilities wesentlichen Prinzipien des Instant- oder Echtzeit-Feedback-Vorgehens verdeutlicht werden.

In den vier Wochenendseminaren der Ausbildungsgruppe „NeuroLinguistic Process Utilities systems“ werden diese Inhalte vermittelt, demonstriert und praktisch erfahren:

Grund-Prinzip Echtzeit-Feedback

Das im Einstiegsseminar an den Beispielen des „PeneTRANCE“-Modells, des Etablierens von Feedback-Loops beim Ankern und des „Surfens auf der Versöhnungsphysiologie“ schon vermittelte Prinzip des Instant- oder Echtzeit-Feedbacks wird als Grundlage aller NLP-Vorgehensweisen vertieft behandelt – hier insbesondere als das auch für die NLP-System-Interventionsmuster grundlegende Prinzip der Veränderungsarbeit.

NLP-Interventionen als Prozess-Instruktionen

Alle NLP-Techniken („Formate“ wie z.B. „Change History“, „6-Step-Reframing“, „Phobie-Technik“) sind im Wesentlichen Prozess-Instruktionen, mit deren Hilfe der Coach/Therapeut B seinem Einzelklienten A, oder im Falle der NLP-System-Interventionsmuster (wie z.B. die „Kleine Schule des Wünschens“ oder das „Schlichtungs-Interventionsmuster“) seinen Klienten A1 und A2, das Erleben und die Ergebnisse bestimmter Prozesse ermöglicht.

Sowohl im Falle der NLP-Interventionsmuster für Einzelklienten, als auch im Falle der NLP-System-Interventionsmustern für Paare und Partner in Zwei- oder Mehrpersonen-Systemen geht B davon aus, dass die Sachverhalte und Themen, um die es seinen Klienten bei ihrem Anliegen geht, also die Inhalte der Veränderungsarbeit, in dem von ihm instruierten Prozess so umgestaltet und transformiert werden können, dass sich die mit dem Anliegen verbundenen Probleme in ein ressourcevolleres In-der-Welt-Sein ihrer Klienten auflösen, so dass sie in der Lage sind, die sich aus ihrem Anliegen ergebenden Herausforderungen ihrer Lebenssituation im Sinne ihrer Bedürfnisse, Werte und Kriterien gut zu bewältigen.

Prozess-Instruktionen bestehen aus einer Abfolge von Injunktionen, d.h. Bitten, Aufträgen, Anweisungen oder Befehlen, denen A, oder eben A1 und A2, gemäß bestimmter, den jeweiligen Prozess definierender Kriterien oder Regeln sowie in einer seiner Logik entsprechenden Sequenz folgen mögen oder sollen. Genau wie in der Einzel-Arbeit ist es auch im Umgang mit Paaren und Partnern das angestrebte Ideal prozessorientierter NLP-Interventionen, so inhaltsfrei wie möglich zu arbeiten, also von den Inhalten befreit unabhängig und frei mit den Inhalten ihrer Klienten umzugehen und diese strukturell und syntaktisch für den Veränderungsprozess zu utilisieren – also ohne sich, mit ihren Klienten zusammen, in diesen Inhalten zu verstricken.

Um sich diesem Ideal annähern zu können, muss B die Partner A1 und A2 durch die zu instruierenden Prozesse führen können, ohne dabei die Inhalte des ursprünglichen Anliegens seiner Klienten oder seiner im betreffenden Prozess erreichten (Zwischen-)Ergebnisse oder Einsichten in so vielen Einzelheiten und inneren Zusammenhängen zu durchdringen und zu kennen, dass er mit seinen Klienten tatsächlich „inhaltlich mitreden“ könnte – aber auch Gefahr läuft, sich in ihnen zu verstricken.

Deshalb sind die NLP-System-Interventionsmuster so angelegt, dass B auch im Paar-Coaching oder in der Mediation nicht die Inhalte der Wünsche, Bitten oder Forderungen der Partner aneinander bzw. auch ihrer gegenseitigen Konflikt-Positionen als Grundlage für seine Interventionen nimmt, sondern auf die strukturellen Gegebenheiten fokussiert, d.h. auf deren sprachlichen Eigenschaften und auf ihr non-verbales Begleitverhalten. Diese adressiert er – in der Regel kunstvoll indirekt – mit seinen Prozess-Instruktionen, ganz analog zum Vorgehen bei Einzelklienten in Bezug auf deren „Ich“-Zieldefinition im „PeneTRANCE“-Modell. Hier wie dort liegen den Interventionen des Coaches/Therapeuten/Mediators strukturelle linguistische und auf die Physiologien der Klienten bezogene Parameter zugrunde.

Flexibilitäts- und Disziplin-Übungen mit positiven Nebenwirkungen

Meine ursprünglich als Flexibilitäts- und Disziplin-Übungen für den Coach/Therapeuten/Mediator entwickelten „Process Utilities“ sind Versuche, sich diesem „Prozess-kein-Inhalt“-Ideal anzunähern – das natürlich unerreichbar bleibt wie die Sterne für die Seefahrer, die sich nach ihnen ausrichten. Für die Einzelarbeit sind das z.B. das „PeneTRANCE-Modell“, das „Sinnes-Coaching“ zur Utilisation der unbewussten, problemstabilisierenden Metaphern des Klienten und die verschiedenen „S.I.R“-(„Shit-into-Roses“)-Techniken für das Erarbeiten neuer Chancen bei verlorenem Rapport – alles Übungen für den Coach/Therapeuten mit extrem guten Nebenwirkungen für seine Klienten. Für die Arbeit mit Partnern in der Mediation oder im Paar-Coaching habe ich, neben der „Kleinen Schule des Wünschens“ etliche weitere Process Utilities entwickelt, mit deren Hilfe die NLP-System-Interventionsmuster eleganter und wirkungsvoller werden.

Die vier NLP-System-Interventionsmuster

In dieser Ausbildungsgruppe werden im Wesentlichen die vier NLP-System-Interventionsmuster "Re-Anchoring Couples" und "Reframing Couples" (beide im NLP direkt von Virginia Satir modelliert), meine „Kleine Schule des Wünschens“ und John Grinders „Negotiation Model" vermittelt, demonstriert und eingeübt. Hinzu kommen weitere NLP-Techniken und Process Utilities für den (paar)therapeutischen und mediativen Umgang mit Paaren, Partnern und Teams aller Art.

Dieses Seminar ist damit sowohl für die psychotherapeutisch Tätigen eine sinnvolle Weiterqualifikation, die sich mit den auf die familien- und paartherapeutischen Vorgehensweisen von Virginia Satir zurückgehenden NLP-Interventionen vertraut machen wollen, als auch für alle professionellen Kommunikatoren, die Partner und Konflikte aller Art zu moderieren haben.

Grundkonzepte schleifenorientieren Arbeitens

Grundkonzepte und -Prinzipien wie das der "kalibrierten Schleife", Redundanz, Zirkularität, Mustererkennung und der tiefere Zusammenhang mit den NLP-Konzepten Kriterien/Werte (criterial equivalences) und “mind reading“ (complex equivalences) werden in ihrer Wichtigkeit für eine prozessorientierte, sowohl inhaltsfreie als auch Inhalte prozessorientiert utilisierende Arbeit dargestellt und anschaulich erfahrbar gemacht.

Auch die für diese Arbeit notwendigen psychotherapeutischen Konzepte wie „Übertragung und Gegenübertragung“ oder „versehentliche Aufstellungen“ werden theoretisch verdeutlicht und ihre praktische Nutzung mit Hilfe von Wahrnehmungs- und Flexibilitätsübungen demonstriert.

Abgerundet wird dieses Seminar durch weitere Interventionsformen, Konzepte und Techniken aus dem NLP, die für die psychotherapeutische und für die konfliktbearbeitende Paararbeit unverzichtbar sind, wie z.B. die Nutzung von Meta-Programmen, Sorting Styles, Kriterien und NLP-hypnotischer Vorgehensweisen, sowie durch die Einbeziehung von Vorgehensweisen aus den benachbarten systemischen Traditionen und Disziplinen, z.B. der systemischen Aufstellungsarbeit und des lösungsfokussierten Ansatzes.

In diesem Seminar geht es sowohl um die wachstumsorientierte, therapeutische Arbeit mit Paaren, als auch um eine pragmatisch-effektive und elegante Konfliktlösungsarbeit mit Partnern in allen Mediationskontexten, z.B. am Ende einer privaten oder geschäftlichen Beziehung, in der es sowohl um die Erarbeitung guter Trennungs- und Lösungsbedingungen für die Partner selbst geht, als auch um das Wohl und Wehe beteiligter Dritter wie in der Scheidungsmediation oder bei der Auflösung von Geschäftsbeziehungen.

Im Einzelnen wird es gehen um

  • die Übertragung der im Einstiegsseminar vermittelten Prinzipien von Echtzeitfeedback-Interventionen von der Situation „B (Coach/Mediator/Moderator) und A (Einzel-Klient) auf die Situation „B mit A1 und A2 (und ggf. weiteren Klienten/Medianden),
  • die Erweiterung dieser Prinzipien um das eines physiologie-orientierten Umganges mit Kriterien und Werten, denen die Erfüllung von Wünschen, Forderungen und Konfliktpositionen genügen müssen, wenn die Veränderungsarbeit gelingen soll,
  • die Einführung des Konzeptes "kalibrierte Schleife in Paarinteraktionen“ als Grundkonzept der NLP-System-Interventionsmuster,
  • ein Wahrnehmungstraining für das Erkennen von kalibrierten Schleifen,
  • die Vermittlung diverser Strategien, das Konzept "kalibrierte Schleife“ therapeutisch zu utilisieren,
  • das Kennenlernen der eigenen Strategien zum Interpretieren, das ohne schleifenorientiertes Wahrnehmungstraining zumeist eine blindes und taubes, sowie eher (ab)wertendes ist und dazu führt, sich mit einem der Partner zu identifizieren, parteiisch zu werden und ins System zu rutschen,
  • das Herausfinden und Verändern visueller und auditiver Anker (Stimuli = Auslöser, Trigger) für Problemzustände im eigenen Leben, d.h. der „Knöpfe“, die Interaktionspartner bei uns drücken können,
  • die Unterscheidung von Veränderungstechniken 1. Ordnung (Varianten des Grundvorgehens „Reanchoring Couples“) und 2. Ordnung (Varianten des Grundvorgehens „Reframing Couples“) für Paare,
  • das Vorgehen des "Anker-Klauens“ als Flexibilitätstraining und als Grundtechnik verdeckter Interventionen in Gruppen und anderen Systemen,
  • das Kennen- und Erlernen von sprachlichen Techniken der „Syntaktisierung“ für den therapeutischen und moderierenden Umgang mit Paaren und größeren Systemen,
  • die Logik des Überganges vom Interventionsmuster "Reframing Couples" Virginia Satirs zu meiner “Kleinen Schule des Wünschens“,
  • die Anwendung der “Kleinen Schule des Wünschens“ (oder „ … des Forderns, Bittens, Befehlens, Delegierens, Weisens“, d.h. der verschiedenen Du-Zieldefinitionen) als generative Veränderungsintervention für Paare und andere Systeme, mit und ohne Hierarchiestufen, z.B. im Teambuilding,
  • um hypnosetechnische Vorgehensweisen zur Induktion und Utilisation der „Meta-Bedürfnis“-Physiologie, auch "7.-Himmel"-Physiologie genannt, mit deren Hilfe B seine Klienten deren eigenen Wünsche, Forderungen und Positionen hypnotisch als erfüllt antizipieren lässt – entsprechend der linguistischen und physiologiebezogenen Grundlogik der Konfliktmoderation auf der Grundlage des Negotiation Models von John Grinder
  • die Abgrenzung der "7.-Himmel"-Interventionen von anderen Varianten der Technik der hypnotischen „Pseudo-Orientierung in der Zeit“ Milton H. Ericksons wie die Techniken der „Wunderfrage“ und meines „PeneTRANCE“-Modells,
  • die Kunst des Denken eigener Ziele und Wünsche im „aramäischen Zeitmodus“, d.h. sie so zu denken und zu formulieren lernen, dass das erreichte Ziel und der erfüllte Wunsch „schon anwesend“ ist,
  • Anleitungen zur Transformation von Inkongruenzen durch die Verwandlung von Einwänden in Wünsche oder Bedingungen, um den Partnern zu helfen, in Verhandlungen so kongruent zu werden, dass sie sich jeweils selbst die „besten Anwälte“ sein können,
  • die Einbeziehung von Methoden der systemischen Aufstellungen in die Konfliktmoderation und die Mediation,
  • das Auffinden geteilter Präsuppositionen in den Konfliktpositionen der Partner und mit ihrer Hilfe deren „unbewusste Glaubensgemeinschaft“ aufzudecken, um so zu überraschenden Konflikt-Lösungen zu kommen.

Stand: 24.01.2016