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Inhalte: Constellation Moves

In dieser Fortbildung werden die wichtigsten der für die Auflösung von generationsübergreifenden Verstrickungen erforderlichen Interventionsformen aus der Welt der systemischen Aufstellungsarbeit vermittelt.

Als Besonderheiten meines Ansatzes einer „Prozessorientierten Systemischen Aufstellungsarbeit“ (ProSA) beziehe ich meine auf die Arbeit mit Aufstellungen bezogenen „Constellation Work Process Utilities“ ein und stelle, theoretisch und in kleinen Demonstrationen, die verschiedenen Ansätze der Aufstellungsarbeit in ihren Entwicklungsstufen dar. Dabei gehe ich auf die Arbeit derjenigen VertreterInnen besonders ein, die ich selbst habe arbeiten sehen.

(Meine) Geschichte der Aufstellungsarbeit

Virginia Satir

Die Familien-Rekonstruktionen und die Parts-Parties von Virginia Satir, die ich 1979 in einem vierwöchigen Seminar mit Virginia und 54 Erwachsenen und 9 Kindern miterlebt habe, markieren für mich den Beginn meiner Beschäftigung mit der „Aufstellungsarbeit“. Viele Begebenheiten aus diesem Seminar sind mir intensiv im Gedächtnis geblieben und viele Vorgehensweisen von Virginia Satir sind in meinem ProSA-Ansatz wiederzufinden.

Thea Schönfelder

In den Jahren 1979-1982 waren meine familientherapeutischen Kollegen und ich Mitglieder der fortlaufenden Supervisionsgruppe der Hamburger Psychiaterin Prof. Dr. Thea Schönfelder. Vor ihr sagt Bert Hellinger, „Dem Familien-Stellen bin ich begegnet, denn es gab das Familien-Stellen schon vor mir. Thea Schönfelder zeigte es mir während der Lindauer Psychotherapiewochen…. “.

Ihre Supervisionen waren immer sehr lebendig und intensiv, auch und gerade durch die von ihr eingesetzten Satir´schen Familien-Skulpturen und ihre kleinen Veranschaulichungsaufstellungen mit Teilnehmern oder mit Bauklötzen, Tassen oder sonstigen Gegenständen als Repräsentanten. Aufschlussreich und intensiv waren auch ihre Fallgeschichten, die sie oft zur Verdeutlichung der Dynamiken der zu supervidierenden Fälle erzählte.

Bert Hellinger

Bert Hellinger erlebte ich zum ersten Mal 1986 auf dem Virginia-Satir-Kongress in Osnabrück. Mein Workshop dort fing später an als seiner und so konnte ich bei seinem noch eine Zeitlang dabei sein und seine später berühmt gewordene „Rundenarbeit“ mitbekommen. Die Arbeit von Virginia kannte Bert nur indirekt über zwei ihrer Schülerinnen, die Amerikanerinnen Ruth McClendon und Les Kadis, und über Thea Schönfelder, die selbst aber Virginia auch nicht kannte.

In den Jahren 2002 bis 2009 habe ich viele Seminare von Bert besucht und hatte außerdem Gelegenheit, alle seine veröffentlichten und vor allem auch seine nicht veröffentlichten Videoaufzeichnungen zu studieren.

Grundlegende Einflüsse auf die Entwicklung von Hellingers Konzepten waren die Arbeiten von Ivan Boszormenyi-Nagy (transgenerationale Solidarität, Ausgleich von Geben und Nehmen), von Jay Haley (das „perverse Dreieck“) und Ideen von Martin Buber (ökonomische Umdeutung des Schuldbegriffs), auf die in diesem Ausbildungsmodul auch eingegangen wird.

Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer

Die von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer begründete Richtung der „Systemischen Strukturaufstellungen“ (SySt) wird mit ihrer elaborierten Aufstellungs-Grammatik, ihren philosophischen Grundlagen (Ludwig Wittgenstein, Georg Spencer Brown und Charles Sanders Pierce) und ihrer lösungsfokussierten Grundausrichtung (Steve de Shazer, Insoo Kim Berg) überblickartig und anhand von ausgewählten SySt-Aufstellungsformaten (Aufstellung des ausgeblendeten Themas, Tetralemma-, Problem-, Glaubenspolaritäten- und Sprachliche Oberflächenstruktur-Aufstellung) dargestellt. In den Jahren 2000 bis 2006 habe ich sehr viele ihrer Seminare zu allen relevanten SySt-Aufstellungsformen besucht. Ein mit Matthias angefangenes Lexikon zu den Begriffen und den theoretischen Grundlagen der SySt ist bis zu zweitausend Einträgen weit gekommen. Als ich dann mehr Seminare bei Bert Hellinger und seinen Schülern Gunthard Weber und Michaela Kaden besuchte, haben wir das Lexikon-Projekt beendet – welches mir aber eine tiefes Verständnis der Besonderheiten der SySt-Praxis und -Theorie ermöglicht hat.

Gunthard Weber

Nach Jahren der mit theoretischen Pflicht- und Kür-Elementen manchmal etwas überladenen Ausbildung bei Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer habe ich in 2005- 2007 eine zweite Aufstellungsausbildung bei Gunthard Weber absolviert. Sein männlich-präsenter und warm-herzlicher Arbeitsstil hat mir in seiner Klarheit und Direktheit und mit dem weitgehenden Verzicht auf einengenden, grammatischen und theoretischen Ballast ausgesprochen gut gefallen.

Michaela Kaden

In der Zeit zwischen 2007 und 2010 habe ich viele Seminare bei Michaela Kaden besucht. Sie ist eine der ältesten Schülerinnen von Bert Hellinger, den sie in den zwischen 1995 und 2002 auf vielen seiner Seminar-Weltreisen begleitet hat und dessen Entwicklung vom „klassischen Familienstellen“ bis zum „Gehen mit dem Geiste“ sie aus nächster Nähe mitverfolgt hat. Ein anderer wichtiger Lehrer für sie war Guru Dev Singh. Dessen Sat Nam Rasayan als in der Tradition des Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan stehende meditative Heilkunst enthält Elemente, die für die Aufstellungsarbeit und für die Fähigkeit des Aufstellungsleiters, den Raum für die Aufstellung zu halten, sehr nützlich sind. Einige auf ihn zurückgehende Techniken, kombiniert mit geeigneten NLP- und Hypnose-Techniken, werde ich in den „Constellation Moves“- Ausbildungsseminaren vermitteln. Diese Techniken erleichtern es Aufstellungsleitern, „außerhalb der Grenzen des Gewissens“ („Gehen mit dem Geiste“) zu bleiben und sich selbst fortlaufend so zu dekonditonieren, dass sie mit ihren eigenen Anhaftungen und Identifikationen der Aufstellung nicht im Wege stehen.

Siegfried Essen

Siegfried Essen uns 1977 in der Gestaltausbildung im Fritz-Perls-Institut von Hilarion Petzold die Familien-Therapie Virginia Satirs nahgebracht. Wir waren zusammen Teilnehmer in ihrem 1979er-Vierwochenseminar in Deutschland. Wiederbegegnet ist er mir in seinen vielenBeiträgen zur SySt von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer. Mit seiner „Autopoietische Aufstellungsarbeit“, besonders mit der „Ich-Selbst-Aufstellung“, habe ich mich in einem Seminar mit ihm im Kontext der SySt-Institutes beschäftigt.

Weitere Aufsteller, von denen ich gelernt habe

Es gibt etliche andere Aufsteller, in deren Seminaren ich dazulernen konnte: Dagmar und Friedrich Ingwersen, Stephan Hausner, Jakob Schneider, Guni Leila Baxa, Albrecht Mahr, Klaus Grochowiak und Franz Ruppert, sowie in einer kollegialen Supervisionsgruppe zwischen 2003 und 2006 von den Kollegen Gerhard Walper, Michael Knorr, Eva Reuter, Wolfgang Deuser, Mandakini Jacobsen und Joël Weser.

Theoretische Grundlagen und praktische Spielarten

Die wichtigsten Prinzipien und die unterschiedlichen Umsetzungs-Varianten systemischer Aufstellungsarbeit werden skizziert. Die Unterscheidung zwischen dem systemisch-phänomenologischen und dem systemisch-konstruktivistischen Ansätzen der Aufstellungsarbeit wird verdeutlicht und in Bezug auf ihre Implikationen für das Handlungsspektrum des Aufstellungsleiters bzw. des Aufstellungsgastgebers untersucht, ebenso die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vorgehen von Virginia Satir, Bert Hellinger und Varga von Kibéd/Sparrer.

Die Stationen der Aufstellungsarbeit bei Bert Hellinger von den „Klassischen Familienaufstellungen“ über die „Bewegungen der Seele“ bis hin zum „Gehen mit dem Geist“ werden nachgezeichnet und in ihren Besonderheiten und Anwendungsmöglichkeiten gewürdigt.

Die Ordnungen der Liebe und die verschiedenen Formen des Gewissen, die Bert Hellinger unterscheidet, werden verdeutlicht und in ihren Auswirkungen erfahren und erkennbar gemacht, sowohl im eigenen Leben als auch in den Aufstellungen, ebenso unterschiedliche Loyalitäten und die Nachfolge- und Übernahme-Dynamiken in Familiensystemen.

Die Wesentlichen Unterscheidungen der „Grammatik der Systemischen Strukturaufstellungen“, wie sie Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer formuliert haben, und die verschiedenen SySt-Metaphern (Klartraum, transverbale Sprache, etc.) werden auf ihren Nutzen für die Aufstellungsarbeit hin untersucht und mit anderen Konzepten und Analogien verbunden. Etliche und sehr nützliche SySt-Formate, wie u.a. die Glaubenspolaritäten-Aufstellung, die Aufstellung des Ausgeblendeten Themas und die Tetralemma-Aufstellung werden dargestellt, demonstriert und eingeübt.

Meine Prozessorientierte Systemische Aufstellungsarbeit (ProSA) als integrativer Ansatz wird dargestellt, mit typischen Abläufen, Grenzen, Regeln und Ausnahmen und einigen Vorgehensweisen zur Dogmatismus-Prävention.

Aufstellungen im Vorgespräch und nach dem Vorgespräch

Die Nutzung von gestalt- und hypnotherapeutischen sowie von Elementen der Aufstellungs-Prozessarbeit im Vorgespräch wird dargestellt und demonstriert, ebenso die Utilisation von Konzepten wie ideomotorische Bewegungen und implizite, metaphorisch-szenische Darstellungen im Bewusstseinsraum des unmittelbaren Gewahrseins (awareness), die beim Versuch des Klienten deutlich werden, das Problemerleben zu beschreiben (z.B. bei „etwas blockiert mich“ ). Diese können als elegante Übergänge vom Vorgespräch zur Aufstellung oder auch als implizit bleibende Aufstellung innerhalb des Vorgespräches genutzt werden. Die vielfältigen Möglichkeiten der Kombination dieser Konzepte werden exploriert.

Arten von Aufstellungen

Alle gängigen Arten von therapeutisch nutzbaren Aufstellungen werden vorgestellt, Aufstellungen mit Personen oder mit Figuren oder anderen Objekten als Repräsentanten, Aufstellungen mit Hilfe von Bodenankern, Aufstellungen auf dem Papier, Aufstellungen mit Hilfe von Gesten in einfachen Gesprächen und Aufstellungsarbeit in Trance.

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