Warum so verklausuliert und umständlich juristisch?

Am 27.04.2019 hat sich ein von mir nach seiner Meinung gefragter Kollege zu diesem hier vorliegenden Text, dem „Causa DVNLP“-Abschlussbericht, geäußert – dankenswerterweise ehrlich:

„… unverblümt statt höflich verbrämt: Zu lang und zu kompliziert. Mir fehlt für das Lesen von stark verklausulierten Texten die Zeit. Schreibe einen zusammenfassenden Kurztext, ohne umständliche, juristisch anmutende Formulierungen!“

Genau die umständlichen, juristisch anmutenden Formulierungen waren es, mit denen ich erfolgreich war. In zweifacher Hinsicht: (1.) Die mit den Juristen des pädokriminellen Tätersystems zusammenarbeitenden Verbandsjuristen konnten es nicht verhindern, dass ich in meinen Veröffentlichungen die Absurditäten und Verbrechen der Täter innerhalb und außerhalb des DVNLP deutlich benenne und (2.) der Psychiatrisierungsangriff der Missbrauchs- und pädokriminellen Täter innerhalb und außerhalb des DVNLP auf die Beschwerdeführerin und mich ist abgewehrt.

Diesen und die vorherigen Artikel so zu schreiben, war nicht unbedingt leicht – vermutlich war es mindestens so mühsam, wie sie zu lesen… Um unter dem Radar der angriffsbereiten Anwälte der Täter innerhalb und außerhalb des DVNLP bleiben zu können, musste ich durchgängig und immer wieder neu „syntaktisierend“ formulieren. Dieser von Matthias Varga von Kibéd geprägte Begriff bezeichnet ein sowohl für den Umgang mit Aufstellungen als auch mit Konflikten in Mediationen sinnvolles Vorgehen: Es besteht darin, Sachverhalte unter der Verwendung von Kriterien, Konzepten und Begriffen immer wieder und in wesentlichen Variationen neu zu beschreiben, die aus jeweils höheren Ebenen der aktuell für das zu Beschreibende verwendeten oder ebenfalls in Frage kommenden logischen Begriffspyramiden entnommen werden. Solche Begriffe – im NLP auch „upchunks“ genannt – findet man, indem man sich den explizit und vor allem implizit mitbenannten Kontext vergegenwärtigt und eine Aussage findet, die für beide konfligierenden Aussagen zutrifft, also von beiden Konfliktpartnern benickt wird – meist dann nachdenklich benickt wird, da sie einen vorher implizten Aspekt explizit machen, also etwas Übersehenes in den Vordergrund der Betrachtung bringen.

Beispiel: Die beiden konfligierenden Aussagen der Konfliktpartner Bandler und Marino 1987 im Mordfall Corine Christensen „Bandler war es, Marino nicht“ und „Marino war es, Bandler nicht“, die gleichzeitig alle diejenigen der nachfolgenden NLPler bewegen, die es in den letzten dreißig Jahren nicht verhindern konnten, sich mit diesem bis heute in der NLP-Community ungelöst weitergegebenen und die „Causa DVNLP“ maßgeblich mit verursachenden Konflikt zu beschäftigen und dann schließlich als (scheinbar) unlösbar wieder zur Seite zu legen (und zu verdrängen1).

Eine der möglichen syntaktisierenden Aussagen ist hier: Beide haben es nicht verhindert, dass Corine Christensen (mit einem aufgesetzten Schuss in ihr Gesicht aus Bandlers Magnum und jeweils in Reichweite der eigenen Hand) zu Tode kam.2 Dabei ist „intentionale Handlung“ das Upchunk, also in der logischen Begriffspyramide des Genus proximum, dessen denkbare Differentiae specifiae die speziellen intentionalen Handlungen „Schießen“ und „Verhindern“ (dass der andere schießt) sind.

Durch solche Syntaktisierungen können wesentliche Dinge in ihrem Kern benannt werden, ohne unnötig Einwände zu provozieren, indem man (z.B. aufgrund des eigenen emotionalen Beteiligtseins) unachtsam semantisch und syntaktisch Unwesentliches mitbenennt. Einwände sind in diesem Fall natürlich weitere teure Unterlassungsforderungen und -klagen.

Als Autor habe ich für meine DVNLP-Veröffentlichungen von den Lesern, denen diese Besonderheit, unter der ich schreiben musste, nicht klar war, nicht unbedingt nur Komplimente bekommen. Dieses Opfer musste ich aber bringen, um, zusammen mit der Beschwerdeführerin, nicht weiterhin stigmatisiert und psychiatrisiert zu werden.

„Ich habe nur hier und da Bemerkungen aufgeschnappt, aus denen hervorging, dass man es offenbar als lästig ansah, sich in das Geschehen zu vertiefen. Es schien den Leuten einfach zu mühsam zu sein, sich ein fundiertes eigenes Bild zu machen, zumal Du es nicht leicht machtest, den Verlauf nachzuvollziehen. Für einen Außenstehenden, wie ich eben auch, ist es (ohne intensives Texte-Studium, dafür fehlt den Leuten offenbar die Zeit und Motivation) einfach nicht ersichtlich und nachvollziehbar WAS genau durch WEN WARUM WIE WANN WO geschehen ist?“

Für die von diesem Kollegen gewünschte Klarheit hätte ich schreiben müssen:

  • Die im Folgenden namentlich zu benennenden DVNLP-Lehrtrainer und -trainerinnen haben die Beschwerdeführerin im Kontext der Macht-Asymmetrie in Therapie, Coaching und Ausbildung, sowie als Mitglied eines verbandsoffiziellen Gremiums und als MitseminarteilnehmerInnen in der im Folgenden zu benennenden Weise per Cunnilingus und Fellatio sexuell missbraucht.
  • Die im Folgenden ebenfalls namentlich zu benennenden DVNLP-LehrtrainerInnen haben sich zusätzlich, alleine und gemeinschaftlich, an Kindern und Jugendlichen vergangen, die von dem pädokriminellen Tätersystem zur Verfügung gestellt wurden, aus dem es die Beschwerdeführerin geschafft hat, als aussagebereite Kronzeugin auszusteigen.

Das kann ich natürlich nicht machen, mein Fünfjahres-Budget für Gerichts- und Anwaltskosten ist aufgebraucht. Aber, um hier noch einmal sehr eindeutig meine Meinung (Knigge für DVNLPler) zu sagen:

Jeder Frau und jedem Mann steht es frei, sich bei einer erwachsenen Frau oder einem erwachsenen Mann ihrer oder seiner Wahl jede sexuelle Dienstleistung einzukaufen oder einzutauschen, nach der ihr oder ihm der Sinn steht. Davon ausgenommen sind macht-asymmetrische Beziehungskontexte, wie z.B. Psychotherapie, Coaching, zertifizierte Ausbildung und verbandsoffizielle Petitionskontexte. Vergreift sich jemand in solchen Kontexten an einer Teilnehmerin/Klientin oder einem Teilnehmer/Klienten, so ist das eine schwerwiegende Verfehlung und ein ethisches NoGo.

Ein waschechtes Verbrechen wird es spätestens in dem Moment, in dem die Missbraucherin oder der Missbraucher daran mitwirkt, die entsprechende Beschwerde in einem gemeinsamen Verband zu unterdrücken und die Beschwerdeführerin ihrer Mitglieds- und Menschenrechte zu berauben.

  1. Vergl. dazu das Kap. 5.2. DVNLP reinszeniert Corine Christensen-Mord .
  2. Wie ich gezeigt habe, ist die Aussage „Bandler konnte oder wollte es nicht verhindern, zumindest hat er es nicht verhindert, dass Corine Christensen mit einem aufgesetzten Schuss in ihr Gesicht aus seiner Magnum und in Reichweite der eigenen Hand zu Tode kam“ von hoher Relevanz für eventuell notwendige Korrekturen an der Methode NLP. (Siehe in Kap. „2.2.1. Enttabuisierung der Verstrickung Richard Bandlers in einen Prostituierten-Mord“ und in „Gewalt, Missbrauch, Doppelmoral und die Wiederkehr des Verdrängten im DVNLP“).